Die 15-Minuten-Methode

Sie kommen völlig abgeschafft nach einem langen Arbeitstag nach Hause und müssten eigentlich noch ein, zwei Handgriffe im Haushalt oder am Schreibtisch erledigen? Sie haben einen freien Nachmittag und endlich etwas Luft, um ein paar Punkte Ihrer ToDo-Liste abzuarbeiten? Eigentlich kein Problem – sollte man meinen.

Doch nicht selten kommt uns hier unser innerer Schweinehund in die Quere: Wir können uns einfach nicht aufraffen! Das Thema quält uns vielleicht schon ein paar Tage, bisher hatten wir es erfolgreich vor uns hergeschoben… Eigentlich sollte die Küche geputzt, staubgesaugt, ein Anruf getätigt oder sonst etwas getan werden. Doch in uns windet sich alles und wir finden Ausflüchte. Das gemütliche Sofa lockt – eine Runde Entspannung haben wir uns schließlich auch verdient, so verteidigen wir uns. So verbringen wir den Tag oder Abend damit, uns vor der Aufgabe zu drücken und unser schlechtes Gewissen ist am Ende ein großes Stück gewachsen. Ein ungutes Gefühl überkommt uns schließlich. Wo vorhin die Schweinehund-Stimme noch mit Engelszungen zum Faulenzen einlud, meldet sich plötzlich die innere Kritikerstimme und ätzt gegen uns. Die findet es jetzt nämlich ziemlich schwach von uns, nicht einen einzigen Punkt von der Liste abgearbeitet zu haben. Das haben wir ja mal wieder gut hinbekommen! Ts! Und so wirklich entspannt war das Faulenzen auch wieder nicht, denn die zu erledigenden Aufgaben nagten im Hintergrund eben doch an unserem Gewissen.

„Die 15-Minuten-Methode: kleiner Kompromiss – riesiger Erfolg“

Es gibt eine einfach Lösung, es ist die so genannte 15-Minuten-Methode!

Sie eignet sich sowohl für kleine Projekte (Schreibtisch aufräumen, Anruf tätigen, E-Mail schreiben, Überweisung tätigen, …) sowie für tagesübergreifende Aufgaben (Steuererklärung, Buch lesen, …). Wir können sie nicht nur für Pflichtprojekte anwenden, die Methode eignet sich auch für alle angenehmen Dinge, die unserer Ansicht nach im Alltag zu kurz kommen. Auch Wünschen nach einer kleinen Ich-Auszeit, nach mehr Zeit fürs Yoga, nach einem Gespräch mit der Freundin oder einer Spielauszeit mit unseren Kindern können wir hiermit wieder gerechter werden. Auch für die Umsetzung all dieser positiven Dinge benötigen wir reservierte Zeit. In einem hektischen Alltag passieren sie nicht immer automatisch und selbstverständlich.

Wovor auch immer wir uns gerade drücken, eins ist klar: Sobald wir hiervon ein Stück erledigt haben, werden wir uns besser fühlen. Doch wie kommen wir dorthin?

  1. Wir schauen auf die Uhr.

  2. Wir schließen mit uns selbst einen Vertrag: Wir widmen uns nun in den nächsten 15 Minuten unserer Aufgabe. Exakt 15 Minuten lang. Sobald die Zeit um ist, dürfen wir uns wieder anderen Dingen zuwenden.

  3. Keine Ausflüchte: Gedanken wie, „Ach, in 15 Minuten schaffe ich doch überhaupt nichts, das lohnt sich nicht!“ gelten nicht! Es ist erwiesen, dass wir gerade mit kleinen Einheiten über mehrere Tage hinweg verteilt unser Ziel erreichen – oft sogar in besserer Qualität. Das Motto lautet also: In kleinen Portionen, dafür kontinuierlich.

  4. Machen wir uns die 15 Minuten zur täglichen Übung. Vor allem für größere Projekte, die wir nun mit der 15-Minuten-Methode in kleine Tages-Häppchen zerlegen.

Mit dieser Methode schließen wir mit dem inneren Schweinehund einen Kompromiss. Die Hürde anzufangen, ist viel geringer, da wir wissen, dass die Anstrengung nur 15 Minuten andauern wird.

Die Aufgaben, die wir uns im Alltag vornehmen, sind oft viel zu groß für die veranschlagte Zeit, die wir uns zur Verfügung stellen. Wir setzen uns selbst innerlich unter Druck, und dann scheint die Flucht oft die einzige Lösung. Doch mit dieser Methode gibt es nun keine Ausflüchte mehr.

Probieren Sie es aus – ob für den nächsten Abwasch, für das Wiederaufleben Ihrer Entspannungsübungen oder für die bevorstehende Steuererklärung. Jeden Tag ein kleines Stück.

„Der Weg ist das Ziel“

Zu guter Letzt ein wichtiger Punkt. Unsere ToDo-Liste wird immer gleich lang bleiben – für immer. Sobald ein Punkt abgehakt ist, kommt der nächste hinzu. Daher ist es wichtig, dass wir uns auf den Prozess der Aufgabenbewältigung konzentrieren, nicht auf das Ergebnis. Es ist ein kleiner, einmaliger Erfolg, wenn wir es geschafft haben, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Es ist hingegen ein riesiger, dauerhafter Erfolg, wenn Sie für sich ein System finden, durch welches Sie ständig anfallende Aufgaben kontinuierlich und in Ihrem eigenen Tempo abarbeiten können.

Also, ein wichtiger Leitsatz bei der 15-Minutenmethode ist ein altbekannter: Unser Weg ist das Ziel.